Rasanter Anstieg: In jeder sechsten Mail steckt ein Trojaner

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In jeder sechsten Mail steckt ein Trojaner
Rasanter Anstieg


In jeder sechsten Mail steckt ein Trojaner
13.04.2016, 15:04 Uhr | yba, t-online.de

Krypto-Trojaner werden zu einem immer ernsterem Problem. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images
Die Sicherheitsunternehmen Retarus und Symantec haben ihre Jahresberichte für 2015 abgeschlossen. Das Ergebnis: Erpresser-Trojaner – sogenannte Ransomware – sind die neuen Lieblingen der Online-Kriminellen. Die PC-Sperren werden in zahlreichen Variationen vor allem per E-Mail verbreitet. Das ist aber nur der Anfang.

Locky, KePanger, PowerWare, Petya oder Cerber – beinahe wöchentlich wird eine neue Schadsoftware entdeckt, die Festplatten verschlüsselt und Lösegelder von mindestens mehreren Hundert Euro fordert. Für den Erfolg sogenannter Ransomware oder auch Krypto-Trojanern spricht die hohe Zahl der Angriffe.

Ein bedrohlicher Trend
Laut dem Dienstleister Retarus, der Spam-Filter für Geschäftskunden entwickelt, wurden im letzten Jahr 17 Prozent aller eingehenden Mails aufgrund eines Virenverdachts abgefangen. Durchschnittlich in jeder sechsten Mail lauert also ein Trojaner. Das entspreche einem Anstieg um das Fünffache, schreibt Retarus in einer Pressemitteilung. Der Trojaner-Boom sei eindeutig auf Krypto-Trojaner à la Locky zurückzuführen.

Auch bei Symantec, Anbieter professioneller Virenschutz-Software, sorgten die Erpresser-Trojaner für einen heftigen Ausschlag der Sensoren. Das Unternehmen erhebt nach eigener Aussage Daten von über 20 Milliarden Computern und Mobilgeräten. Dem Jahresbericht für 2015 zufolge gab es 362.000 Angriffe mit Krypto-Trojanern. Das sei ein Anstieg von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Krypto-Trojaner suchen sich neue Schlupflöcher
Die Erpresser-Trojaner werden nicht nur zu einem wachsenden Problem, weil sie die Rechner von Unternehmen, Krankenhäusern und Behörden verschlüsseln. Die Kriminellen verändern sehr schnell die Struktur ihrer Schadsoftware, erklärt Retarus. So fällt es Virenscannern schwerer, die Gefahr zu bannen.

Außerdem verbreitet sich die neue Ransomware-Generation nicht mehr ausschließlich per Mail. Der Krypto-Trojaner Cerber zum Beispiel nutzt eine Sicherheitslücke in Adobe Flash aus. So kann man sich die Schadsoftware schon beim Anschauen eines Internetvideos einfangen. Smartphones und Smart-TVs sind weitere lohnenswerte Ziele für Erpresser, warnt Symantec. Vor einem entsprechenden Trojaner für Android-Smartphones warnte der Verband Botfrei im Mai 2015.

Was hilft gegen Erpresser-Trojaner?
Ist die Festplatte erst einmal verschlüsselt, gibt es leider kaum eine Möglichkeit die Daten wiederherzustellen. Auch wer das Lösegeld zahlt, kann sich nicht sicher sein, dass die Kriminellen ihr Versprechen halten. Daher sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Legen Sie regelmäßig Backups von ihren Daten und erstellen Sie eine Notfall-Disc für Windows.
  • Schalten Sie die Makro-Funktion für Outlook, Word und Excel aus, damit sich der Schädling nicht automatisch installiert, sobald das Dokument geöffnet wird. Wie Sie Makros in Office deaktivieren, zeigt unsere Foto-Show.
  • Installieren Sie neue Sicherheitsupdates für Windows, Virenscanner und andere Programme so schnell wie möglich.
  • Öffnen Sie keine Mail-Anhänge mit vermeintlichen Rechnungen im Anhang. Kontaktieren Sie den Anbieter im Zweifel telefonisch und nicht über die in der Mail angegebenen Telefonnummer.
Damit Datenserver nicht einem Lösegeld-Trojaner ins offene Messer laufen, hat beispielsweise der auf Netzwerk-Sicherheit spezialisierte Dienstleister Sophos einen Leitfaden gegen Krypto-Trojaner (PDF, 142 KB) aufgestellt.
 
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