Software "Magic" zerstört Prozessoren

Lioness1

Banned
http://www.t-online.de/computer/hardware/id_75858900/software-magic-zerstoert-prozessoren.html

Software "Magic" zerstört Prozessoren
Prozessor im Stress


Software lässt Computer schneller altern
23.10.2015, 11:33 Uhr | t-online.de

Viele Nutzer sind von langsamen Computern genervt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images
Forscher haben eine Software entwickelt, die Prozessoren zerstören kann. Dafür nutzt sie gezielt die Eigenheiten der Mikroarchitektur aus und überlastet Schaltkreise derart, dass sie schneller altern. Geschädigte sowie Nutznießer solch einer Technik gäbe es viele.

Die Software mit dem Namen "Magic" (Malicious Aging in Circuits/Cores – heimtückisches Altern in Schaltkreisen) des Teams um Professor Ramesh Karri von der Universität in New York ist keine Waffe, die schlagartig elektronische Leiterbahnen zerstört, sondern geht subtil vor.

Der Nutzer merkt nur, dass sein Computer spürbar langsamer wird. Dieser Effekt ist ein normaler Vorgang und tritt auch ohne die Software auf, denn die Mikroarchitektur verschleißt mit der Zeit. "Magic" beschleunigt diesen Prozess allerdings, indem es Prozessorsegmente unter Stress setzt.

Software verhindert Ruhephasen
Moderne Prozessoren haben Leiterbahnen in Nanometergröße, die zwischen den Arbeitsphasen Ruhezeiten benötigen. Im normalen Arbeitseinsatz bekommen sie problemlos genug davon, selbst bei hardwarefordernden Vorgängen.

Dadurch, dass die zerstörerische Software exakt definierte Schaltkreise unter Dauerbelastung setzt und die Ruhephasen verhindert, altern sie rasant. So konnten die Forscher bei ihrem Test die Leistungsfähigkeit des Testobjekts, einem OpenSPARC-Prozessor, in einem Monat um rund elf Prozent senken.
Geplante Obsoleszenz
Die Einsatzzwecke eines solchen Programms wären vielfältig: Damit könnten Hersteller die Alterung ihrer Geräte beschleunigen, um Verbraucher zum Kauf eines neuen Gerätes zu motivieren. Das wäre keine Neuigkeit, "geplante Obsoleszenz" beschäftigt Forscher und Verbraucherschützer gleichermaßen seit längerer Zeit.

Ein böswilliger Hersteller könnte vor dem Marktstart einer neuen Gerätegeneration das Programm als "Software-Update" auf ältere Smartphones schicken und dadurch den Wunsch nach einem Neugerät forcieren.

Auch militärischer Einsatz ist denkbar
Aber auch Verbraucher könnten die Software für ihre Zwecke nutzen, etwa wenn ein unzufriedener Käufer innerhalb der Garantiezeit Argumente braucht, um die Ware zu reklamieren. Denkbar wäre auch ein militärischer Einsatz, um die Systeme des Gegners zu schwächen.

Zunächst ist solch ein Szenario reine Theorie – die Forscher mussten "Magic" genau auf die Eigenheiten des OpenSPARC-Prozessors abstimmen, was möglich war, weil dessen Architektur in allen Einzelheiten offenliegt. Das ist üblicherweise nicht so, der Aufwand für andere Prozessortypen wäre vergleichsweise höher.
 
Top